Mittwoch, 12. Juli 2017

Die Erderwärmung lange nach zwölf

Wir wissen ja, dass sich die Erde erwärmt und dass das nicht gut ist für uns. Aber wissen wir auch, dass wir halbblind auf eine Katastrophe zusteuern, selbst wenn die im Vorjahr in Paris beschlossenen Klimaziele erreicht werden? Und sind sich die verantwortlichen Handlungsträger dessen bewusst oder verdrängen sie das Problem, weil es ja auch so viele andere, aktuellere und besser vermarktbare Themen gibt? Wer hier weiterliest, wird sich schwer tun mit dem Verdrängen. 

Der US-Autor David Wallace-Wells hat mit vielen Klimaforschern gesprochen und einen Artikel für das New York Magazine verfasst, in dem die Ergebnisse zusammengefasst sind. Er lugt dabei über die wissenschaftliche Zurückhaltung hinaus: Wissenschaftler sind gerne vorsichtig, was die Interpretation ihrer Ergebnisse anbetrifft und welche Szenarien für die Zukunft daraus geschmiedet werden. Aller Vorsicht zum Trotz, das Weltklima und damit die Menschheit bewegen sich auf eine Katastrophe zu, die Frage ist nur, ob sie überschaubar und bewältigbar ist oder ob sie weit darüber hinausgeht, was die Menschheit auch mit kollektiver Anstrengung noch in den Griff bekommen könnte.

Ich fasse im folgenden den Artikel zusammen.

Das dominante Fantasiebild von der Welterwärmung zeigt die steigenden Ozeane: Ertrinkende Städte und Landstriche. Doch reicht es nicht, aus solchen gefährdeten Gegenden zu fliehen. Denn es könnte sein, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts viele Teile der Welt unbewohnbar werden.

Im vergangenen Winter waren die Temperaturen über einige Tage 15 bis 20 Grad über dem Normalwert. Der Saatgut-Tresor in Svalbard (im norwegischen Spitzbergen), der dort vor zehn Jahren errichtet wurde, weil man dachte, dass die Samen im Permafrost am besten gesichert wurden, muss ab heuer kontinuierlich überwacht und mit speziellen Geräten geschützt werden, weil durch die Erwärmung der Umgebung immer wieder Wasser eindringt.

Dieser Vorgang sollte uns daran erinnern, dass der arktische Permafrost 1,8 Billionen Tonnen Kohlenstoff enthält, mehr als doppelt so viel als die Erdatmosphäre zur Zeit enthält. Es kann bei Erwärmung als Methan entwichen, das, bezogen auf ein Jahrhundert, 34mal stärker als Treibhausgas-Wärmedecke wirken kann als Kohlendioxid, bezogen auf zwei Jahrzehnte ist es 86mal so mächtig.

Warum schrillen keine Alarmglocken? Die Wissenschaftler rechnen vorsichtig mit Wahrscheinlichkeiten, und da kann man sich immer noch die günstigste Variante aussuchen. Den Ton geben die Technokraten an, die selbstbewusst verlautbaren, dass jedes Problem gelöst werden kann, bzw. Politiker, die meinen, dass der Klimawandel eine Erfindung von Verschwörern ist. Da sie für dieses Problem keine populistischen Lösungen anbieten können, leugnen sie es einfach. Schließlich sieht man ja kaum etwas, weil die Entwicklung scheinbar so langsam verläuft. Was sind schon zwei Grad? Und wie sollen wir uns 1,8 Billionen Tonnen vorstellen? Die Ungewissheit ist ja selber ungewiss. Und wenn schon was passieren sollte, wird es woanders sein und mit uns selber nichts zu tun haben. Schließlich schafft es Unbehagen, wenn wir uns ein Problem vorstellen, das, wenn überhaupt, sehr schwierig zu lösen ist. Und wo das Unbehagen zur Angst wird, wird die Neigung zur Verleugnung nur noch größer.

Die folgenden Aussagen wollen keine Voraussagen über das, was geschehen wird, machen, denn was geschehen wird, ist hochgradig davon abhängig, wie die Menschheit darauf reagieren wird, und das lässt sich wissenschaftlich nicht berechnen. Vielmehr geht es um ein Portrait über die Zukunft des Planetens, wenn keine massiven und entschlossenen Handlungen gesetzt werden.

Die Gegenwart des Klimawandels und die Zerstörung, die wir schon in unsere Zukunft hineingebacken haben, ist erschreckend genug. Wir denken vielleicht, dass Miama und Bangladesh noch eine Chance auf Überleben haben; doch die meisten Wissenschaftler nehmen an, dass diese Gebiete bis zum Ende des Jahrhunderts verloren sind, auch wenn wir im kommenden Jahrzehnt vollständig mit der Verbrennung von fossilen Treibstoffen aufhören. Zwei Grad Erwärmung wurde als die Schwelle für eine Katastrophe angesehen, nun ist es das Ziel seit den Pariser Klimaverträgen, und viele Experten gehen davon aus, dass diese Ziele nicht erreicht werden.

Der jüngste Bericht des UN- Intergovernmental Panel on Climate Change geht davon aus, dass um 2100 eine Erwärmung von vier Grad erwartet werden muss, wenn die gegenwärtige Entwicklung so weitergeht. Die obere Wahrscheinlichkeitskurve geht auf 8 Grad, und da ist das Schmelzen des Pramfrosts noch nicht eingerechnet. Ebensowenig sind Erwärmungseffekte berücksichtigt, die dadurch entstehen, dass weniger Eis weniger Sonnenlicht reflektiert, mehr Wolken entstehen und die Wärme festhalten, dass Wälder und andere Pflanzenkulturen zurückgehen, die der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen. 

Die Geologen wissen, dass die Erde fünf massive Lebensauslöschungen hinter sich hat und dass vier davon von Klimaveränderungen durch Treibhausgase hervorgerufen wurden. Sie begann damit, dass die Erwärmung das arktische Methangas freigesetzt hat; sie endete mit der Auslöschung von 97 Prozent des Lebens auf der Erde. Viele bezeichnen unsere Ära als „Anthropozän“, als Menschenzeitalter, in dem die Menschheit massiv Einfluss auf den Planeten nimmt. Die Eroberung der Natur und die Herrschaft über sie, die Ausbeutung ihrer Schätze, die zunächst in Unwissenheit und später in Verleugnung der Wirkungen erfolgen, führen dazu, dass wir ein Klimasystem erschaffen, das uns selbst die Lebensgrundlagen nimmt. Jeden Tag tragen wir dazu bei.


Der Hitzetod


In der Zuckerrohrgegend von El Salvador leidet ein Fünftel der Bevölkerung an chronischen Nierenkrankheiten, vermutlich als Folge der Dehydrierung durch die Arbeit auf den Feldern, wo sie noch vor 20 Jahren problemlos ernten konnten. Mit der teuren Dialyse beträgt die Lebenserwartung fünf Jahre, ohne sie nur wenige Wochen.

Menschen müssen sich beständig abkühlen, wie auch die anderen Säugetiere. Das geht nur, wenn die Lufttemperatur so niedrig ist, dass die Luft als Kühlung dienen kann, indem sie der Haut Hitze entzieht. Wenn die Temperaturen ansteigen, wird es besonders dort schwierig, wo die Luftfeuchtigkeit hoch ist, wie z.B. in den Urwäldern von Costa Rica: Bei 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und 40 Grad Lufttemperatur würde ein menschlicher Körper innerhalb von Stunden zu Tode gekocht, von innen wie von außen.

Klimawandelskeptiker weisen gerne darauf hin, dass sich der Planet schon oft erwärmt und wieder abgekühlt hat. Doch das Klimafenster, das menschliches Leben erlaubt, ist sehr eng. Bei 5 bis 6 Grad Erwärmung würde mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung durch die direkte Hitze sterben. Seit 1980 hat der Planet eine 50-fache Steigerung an Orten erlebt, an denen es zu gefährlicher bis extremer Hitze kommt. Seit 2002 sind die fünf wärmsten Sommer seit 1500 aufgetreten, und bald wird der Aufenthalt im Freien zu dieser Jahreszeit in vielen Teilen der Welt ungesund sein. Bald werden Städte wie Karachi oder Kalkutta unbewohnbar sein, auch wenn wir die Pariser Klimaziele einhalten. Nach Schätzungen der Weltbank werden gegen Ende des Jahrhunderts die kühlsten Monate in den Tropen wärmer sein als die wärmsten Monate am Ende des 20. Jahrhunderts. Klimaanlagen sind da nur ein schwacher Trost, weil sie zur Erwärmung beitragen und weil sie in den ärmsten Gegenden der Welt unerschwinglich sind. Deshalb wird die Krise im Mittleren Osten besonders dramatisch sein, dort ist es schon 2015 zu Temperaturen bis 73 Grad gekommen. In einigen Jahrzehnten wird die Pilgerreise nach Mekka körperlich unmöglich sein. 


Nahrung


Es gilt die Grundregel, dass jedes Grad Erwärmung zu 10 Prozent Rückgang der Erträge führt. Kommt es zu einer Erwärmung von fünf Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, müssten sich 50 Prozent mehr Menschen mit 50 Prozent weniger Getreide begnügen. Mit Proteinen ist es noch schlimmer: Es werden 16 Kalorien Getreide benötigt, um nur eine Kalorie Fleisch zu erzeugen, aus einer Kuh, die ihr Leben damit verbracht hat, die Luft mit Methangas zu verseuchen.

Man könnte ja sagen, dass das Getreide künftig in Grönland oder Sibirien angebaut wird; allerdings fehlt es dort an der Bodenqualität, und diese benötigt Hunderte von Jahren, um aus Mist fruchtbare Erde herzustellen.

Dazu kommt das Problem der Trockenheit; es könnte sein, dass sich äußerst fruchtbares Land in kurzer Zeit in Wüste verwandelt. Bis 2080 wird, wenn es nicht zu dramatischen Reduktionen der Emissionen kommt, Südeuropa unter permanenter Trockenheit leiden, ebenso wie Irak und Syrien und der Großteil des Mittleren Ostens, ebenso dicht besiedelte Gebiete in Australien, Afrika und Südamerika sowie die Brotkorbgebiete Chinas.

Wir leben ja nicht in einer Welt, die frei von Hunger wäre: 800 Millionen Menschen sind unterernährt. Dieses Jahr alleine gibt es schon vier Hungerkatastrophen in Somalien, Südsudan, Nigerien und Jemen mit schätzungsweise 20 Millionen Opfern.


Klimaepedemien


Im Eis ist historisches Leben eingefroren, das sich wiederbeleben kann: Krankheitskeime, die seit Millionen Jahren verschwunden sind. Das menschliche Immunsystem kann gar nicht wissen, wie es damit umgehen soll. Forscher haben in Alaska Überreste des Grippevirus von 1918 entdeckt, die damals fünf Prozent der Weltbevölkerung hingerafft hat. Es wird auch vermutet, dass im sibirischen Eis Pocken und Beulenpest gefangen ist.

Mit der Ausbreitung der Hitzegebiete werden sich die Tropenkrankheiten ausbreiten. Malaria wird sich nicht nur wegen der Moskitos ausbreiten, sondern auch wegen des Krankheitserregers, der sich mit jedem Grad Erwärmung schneller vermehrt. Wie unser Immunsystem mit den Mutationen umgehen lernen kann, die durch die steigenden Temperaturen wahrscheinlicher werden, können wir nicht wissen.


Die Luft und die Atmung


Unsere Lungen brauchen Sauerstoff, aber das ist nur ein Teil dessen, was wir atmen. Der Anteil von Kohlendioxid wächst: Er hat gerade 400 Teilchen auf eine Million überstiegen, und die Extrapolation aus dem bestehenden Trend vermutet, dass um 2100 1000 ppm erreicht sein werden. Bei dieser Konzentration könnte die kognitive Fähigkeit der Menschheit um 21 Prozent abnehmen.

Andere Elemente in einer wärmeren Luft sind sogar noch furchterregender, wie z.B. das Ozon. Bis 2090 könnten 2 Milliarden Menschen Luft einatmen müssen, mit Ozonwerten oberhalb des von der WHO vorgegebenen Toleranzwertes. Unter anderem könnte sich das in einer Verzehnfachung von autistischen Kindern auswirken, wenn die schwangeren Mütter einer zu starken Ozonbelastung ausgesetzt sind, wie in einer aktuellen Studie prognostiziert wird.

Schon jetzt sterben mehr als 10 000 Menschen täglich durch die Schadstoffe aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe. Jährlich sterben 339,000 Menschen an Rauchgasvergiftungen durch Waldbrände. Das US-Forest Service schätzt, dass die Waldbrände bis 2050 doppelt so zerstörerisch sein werden wie heute. Dazu kommen die Auswirkungen auf die Emissionen in die Atmosphäre, besonders dann, wenn Wälder auf Torfböden abbrennen wie 1997 in Indonesien. Mehr Brände bewirken mehr Erwärmung, die mehr Brände bewirkt.

Wir müssen auch mit der Möglichkeit rechnen, dass Regenwälder wie im Amazonasgebiet, die 2010 die zweite Jahrhunderttrockenheit innerhalb von fünf Jahren erlebten, austrocknen könnten, wodurch sie für solche Flächenbrände verwundbar werden könnten. Der Amazonas-Regenwald sorgt allein für 20 Prozent unseres Sauerstoffs.

Weiters gibt es die bekannteren Formen der Verschmutzung. 2013 hat die arktische Polschmelze die asiatischen Wettermuster verändert, sodass die industrialisierten Gebiete in China ihr natürliches Ventilationssystem eingebüßt haben. In der Folge wurden weite Gebiete im Norden einer enormen Smogbelastung ausgesetzt, buchstäblich nicht atembare Luft. In diesem Jahr war der Smog für ein Drittel aller Todesfälle im Land verantwortlich.


Endlose Kriege


Klimaforscher wie Marshall Burke und Solomon Hsiang haben einige Zusammenhänge zwischen Temperatur und Gewalt quantifiziert: Jedes halbe Grad an Erwärmung könnten zu einem 10 bis 20-prozentigen Anstieg an Gewalt sorgen. Soziale Konflikte könnten sich in diesem Jahrhundert mehr als verdoppeln. Es gibt die Überlegung, dass der Anstieg an Gewaltbereitschaft im Mittleren Osten im Lauf der vergangenen Jahrzehnte den Druck der globalen Erwärmung wiedergibt, wenn man bedenkt, dass die Erderwärmung damit begonnen hat, als die industrialisierte Welt das Öl aus der Region gefördert und dann verbrannt hat.

Warum gibt es den Zusammenhang zwischen Klima und Konflikt? Die Landwirtschaft und andere Bereiche der Wirtschaft sind direkt betroffen. Dazu kommen erzwungene Fluchtbewegungen – auf der Welt gibt es momentan 65 Millionen Flüchtlinge. Und es gibt die einfache Tatsache der individuellen Verstörung. Hitze führt zum Anstieg von Verbrechen und zu Hassbotschaften in den sozialen Medien.


Ökonomische Zusammenbrüche


Wir kennen die Mantren des Neoliberalismus, dass das Wirtschaftswachstum jedes Problem löst. Allerdings stießen nach dem Crash von 2008 einige Historiker auf die Idee des „fossilen Kapitalismus“. Das enorme Wirtschaftswachstum, das ab dem 18. Jahrhundert zur industriellen Revolution geführt hat, könnte nicht das Resultat von Erfindungen oder Handel gewesen sein, sondern von der Entdeckung fossiler Brennstoffe und ihrer rohen Kraft – die einmalige Injektion eines neuen „Wertes“ in ein System, das vorher durch globale Subsistenzwirtschaft gekennzeichnet war. Diese Wissenschaftler glauben, dass wir zu einem beständigen Zustand der Weltwirtschaft zurückkehren könnten, wobei allerdings diese einmalige Injektion einen langfristigen Schaden in Form der Klimaänderung bewirkt hat.

Wissenschaftler haben berechnet, dass jedes Grad an Erwärmung dem Bruttoinlandsprodukt 1,2 Prozent kostet oder dass es zu 23 Prozent Verlusten im Prokopfeinkommen bis zum Ende des Jahrhunderts kommt (als Folge von Veränderungen in der Landwirtschaft, durch Verbrechen, Stürme, Energie, Sterblichkeit usw.). Nur zur Erinnerung: Jeder Hin- und Rückflug zwischen New York und London kostet der Arktik 3 weitere Quadratmeter Eis.


Vergiftete Meere


Wenn wir nicht eine radikale Verringerung der Emissionen zustande bringen, werden wir den Anstieg der Meere um mindestens einen Meter oder möglicherweise drei Meter bis zum Ende des Jahrhunderts erleben. Ein Drittel der größten Städte liegt an der Küste, dazu kommen, Kraftwerke, Häfen, Marinebasen, Ackerland, Flussdeltas, Sumpfgebiete und Reisfelder. Mindestens 600 Millionen Menschen leben innerhalb von 10 Metern über dem Meeresspiegel.

Gegenwärtig wird ein Drittel des Kohlendioxids auf der Welt von den Ozeanen aufgesogen, gottseidank. Doch der Preis dafür ist die Meeresübersäuerung, die wiederum ein halbes Grad zur Erwärmung in diesem Jahrhundert beitragen kann. Wie sich das auf die Fischpopulationen auswirken wird, ist noch nicht genau erforscht; Muscheln und Austern werden sich schwertun, ihre Schalen wachsen zu lassen. Sollte der pH-Wert des menschlichen Blutes so weit absinken wie der der Ozeane in den letzten Jahrzehnten, kommt es zu Schlaganfällen, Koma und plötzlichen Todesfällen.

Die Kohlenstoffabsorption kann zur Ausbreitung von Mikroben führen, die in den Tiefen der Ozeane anoxische, sauerstofflose Bereiche, „Todeszonen“ bewirken, die dann langsam nach oben steigen. Die kleinen Fische sterben wegen des Sauerstoffmangels, dadurch gedeihen die Bakterien usw. In Teilen des mexikanischen Golfes und vor der Küste von Namibia ist dieser Prozess schon im Gange. Schwefelwasserstoff blubbert dort aus dem Wasser. Schwefelwasserstoff ist so giftig, dass es, wie vor Hunderten von Millionen Jahren, in der Lage ist, das ganze Leben auf dem Planeten zu vernichten.


Der große Filter


Warum also können wir es nicht sehen? 

Die Entwicklung hat mit der Industrialisierung begonnen. Doch mehr als die Hälfte der Treibhausgasemissionen haben in den letzten drei Jahrzehnten stattgefunden; seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs liegt die Zahl bei 85 %. Innerhalb einer einzigen Generation hat uns die globale Erwärmung an den Rand einer Katastrophe geführt. Dennoch sind viele Klimaforschung optimistisch: Wir werden einen Weg finden, um die radikale Erwärmung zu verhindern, weil wir es müssen. Sie wissen, dass auch wenn die Ziele von Paris erreicht werden, müssen bis 2050 die Emissionen aus Energie und Industrie jedes Jahrzehnt halbiert werden; die Emissionen durch Landnutzung (Entwaldung, Rindermethan usw.) müssen gegen Null gehen, und wir müssen Technologien entwickelt haben, die der Atmosphäre zweimal soviel Kohlendioxid entziehen, wie es jetzt alle Pflanzen der Erde tun. 

Dennoch haben die Wissenschaftler ein enormes Vertrauen in die Erfindungsgabe der Menschheit. Wir haben es geschafft, in diesen katastrophalen Zustand zu kommen, also können wir auch einen Ausweg finden. Wir haben das Ozonloch in den 1980-Jahren gestopft. Wenn wir bereit sind zu erkennen, was wir angerichtet haben, werden wir es auch schaffen, dass die Menschheit weiter auf dieser Welt leben kann. Für die Klimaforscher ist die Alternative einfach unvorstellbar.

Der Artikel, der diesem Beitrag zugrunde liegt, ist am 10. Juli im New York Magazine erschienen.

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